Chronik der Narrenzunft Sendewelle e.V.

aus der Feder unseres verstorbenen Mitgliedes Franz Oswald
ergänzt durch Schriftführerin Gabi Deutschkämer

Die Zeit vor 1955: Die Sendewelle

Zunächst gilt es, den Namen der Zunft zu deuten, hat dieser doch, wie oftmals irrtümlich angenommen wird, mit den Radio- oder Fernsehwellen nichts zu tun. „Sendewelle“ sagt man zum gebündelten Rebreißig. Sendewelle war auch der Über- oder Spottname der Altdorfer. Also sind es die Wellen des Rebholzes, die der Zunft den Namen gaben. Das Wort Sendewelle stammt aus dem Gotischen: „Senden“ von „sandjan“ hieß reißen machen, etwas was fest ist, beweglich machen (Reißig) und Welle kommt von „wellan“, womit man Reißigbündel bezeichnete, die zum Binden „gewälzt“ werden mußten. Hier wird es deutlich, daß Altdorf ein uraltes Winzerdorf ist. Es ist dies auch bis zum heutigen Tage geblieben. Wenn wir heute „verreißen“, uns also bewegen, so hat das Wort dieselbe Urform aus dem Gotischen. Die Zunftgründung datiert auf das Jahr 1958. Da man jedoch die Männer der ersten Stunde und insbesondere den Initiator der organisierten Altdorfer Fasent als Grundstein dessen ansehen muß, was heute die weitum bekannte Sendewellefasent ist, ist es nur recht und billig, daß man das Jahr 1955 als Geburtsstunde der Jubiläumszunft festschreibt.Die allerersten Aufzeichnungen über eine Altdorfer Narretei finden sich in den Annalen der Narrengesellschaft Hoorig, Ettenheim. Dort wird festgestellt, daß die Altdorfer früher schon nach Ettenheim gekommen seien, um am dortigen Fasentgeschehen mitzuwirken. Der Zufall wollte es, daß um 1980 im Gasthaus zum Adler in Altdorf eine Bildertafel gefunden wurde. Sieben recht gut erhaltene Fotografien zeugen davon, wie man sich im Jahre 1914 in Altdorf rüstete, um am Ettenheimer Fasentumzug teilzunehmen. Dank des guten Gedächtnisses älterer Altdorfer Einwohner, konnten auch nahezu alle Namen der damaligen Altdorfer Fasentnarren festgestellt werden:

1955 – 1958: „Närrisch Begabte“ eingeladen

Doch nun zum Jahre 1955: Im November 1955 lud Bürgermeister Ernst Beck alle an einer organisierten Fasent Interessierten zu einer Besprechung in die Gaststätte Geiger ein. Sämtliche Vereinsvorstände, einige Geschäftsleute sowie Männer, von denen man wußte, daß sie „zum Teil närrisch begabt sind“, hatten der Einladung Folge geleistet. Der Bürgermeister führte aus, daß der Grundsten für die kommende Fasent gelegt werden solle. Jedermann wisse, daß die vergangene Fasent (1955) in drei Tagen organisiert und glänzend gefeiert wurde. Besser sei es aber, so der Bürgermeister, rechtzeitig zu planen. Dazu brauche man Männer, die die richtige Begabung hätten. Die Gemeinde werde einem etwaigen Gremium jede Hilfe zuteil werden lassen. Der Karnevalsverein Rust habe seine Beteiligung beim Umzug bereits zugesagt. In der anschließenden Besprechung kam man zu dem Ergebnis, daß man einen Elferrat an diesem Abend noch nicht gründen könne. Es genüge vorerst ein Gremium, das sich mit der Planung und Organisation befasse. Als Prinz wurde Kaufmann Fred E. H. Boldt gewählt. Er organisierte die damalige Fasent. Ihm wurden zehn Helfer zur Seite gestellt, mit denen er das Nötige beraten solle. Boldt führte das ehemalige Lebensmittelgeschäft Rudolf Schwarz, heute Haus Hans Bisser, gegenüber dem Rathaus. Durch die Unterstützung der Einwohnerschaft wurde es möglich, den Elferrat „einzukleiden“. Dieser stellte sich am Samstag, dem 21. Januar 1956, erstmals im Gasthaus St. Landolin der Einwohnerschaft vor. Elferräte waren: Werner Klingler, Ludwig Morat, Stefan Greiff, Willi Oswald, Albert Mösch, Josef Thome, Alois Hauser, Franz Oswald, Klemens Mellert und Leo Hügle. Leiter der Narrengesellschaft wurde, wie schon erwähnt, Fred Boldt. Sein Stellvertreter wurde Leo Hügle. Die Elferräte zogen als Matrosen ein. Zeremonienmeister war Helmut Kempf. In geheimer Wahl, alle männlichen Anwesenden durften wählen, der Elferrat jedoch nicht, wurde Toni Köbele, jetzt Frau Brettschneider, Prinzessin. Die Fasent 1956 zeichnete sich besonders durch extreme Kälte aus. Das Prinzenpaar saß auf einem riesigen Elefanten, der in der Scheune des Elferrats Klemens Mellert gebaut wurde. Die Elferräte saßen frierend auf dem Narrenbaum, der auch heute noch von der Gemeinde gewährt und beim Fasentzug mitgeführt wird. Nach dem Fasentzug hielt Helmut Kempf auf dem Adlerplatz eine markante Rede, der es an Würze nicht mangelte. Einer seiner Sprüche brachte den Elferrat auch das erste und einzige Mal vor den Kadi. 1957 war das Gremium nahezu das gleiche. Das Prinzenpaar hieß Fred Boldt und Hilde Beck. Wieder war Helmut Kempf Zeremonienmeister und Rudi Kölmel huldigte dem Prinzenpaar. 1958 führten Josef Thome und Anneliese Edelmann das närrische Zepter. Zeremonienmeister war Willi Oswald.

1958 – 1964: Gründungsversammlung

Am Samstag, dem 26. April 1958, fand im Gasthaus zum Kranz die Gründungsversammlung der Narrenzunft Sendewelle statt. Rudi Kölmel verlas die Statuten der Zunft. Bürgermeister Beck übernahm dankenswerter Weise das Amt des Zunftpräsidenten. In geheimer Wahl ergab sich folgende Zusammensetzung der Zunftleitung: Zunftmeister Hermann Hauser, Stellvertreter Helmut Kempf, Zeremonienmeister Rudi Kölmel, Schriftführer Franz Oswald, Schatzmeister Fritz Kollefrath. Beiräte: Alois Hauser, Josef Thome, Karl Beck, Wolfgang Herpe, Otto Sichler, Theodor Burg. Beisitzer: Fred Boldt, Leo Hügle. Für die Fasent 1959 agierten Josef Thome und Helga Geiger als Prinzenpaar. 1959 war es auch, als Karl Veith seine erste Fotomontage für das Prinzenpaar zusammenstellte. Der unbefangene Bildbetrachter mußte tatsächlich glauben, daß das Prinzenpaar mit einer Maschine der Lufthansa auf den „Süßen Matten“, ein Gewann westlich der Bundesstraße 3, gelandet sei! Veith hat in den folgenden Jahren noch weitere Fotomontagen angefertigt. So die „Santa Maria“, ein damals spektakuläres Passagierschiff, das den Roßbach heraufkam, oder das Gasthaus „Adler“, an dessen Stelle das Freiburger Stadttheater stand. Und immer die Altdorfer Elferräte mit im Bild! Immer wieder zogen diese Pressebilder Fremde ins Dorf und wurden so mit zum Magnet der Altdorfer Fasent.Im Jahre 1960 wurde Josef Thome Zunftmeister. Vizezunftmeister wurde Rudi Kölmel. Zeremonienmeister wurde Franz Oswald, der das närrische Zeremoniell bis zur Generalversammlung, zusätzlich zu seinem Schriftführeramt, leitete. Zwei Jahre zuvor schon wurde ihm sein Nachfolger Werner Brand zur Seite gegeben. Der Elferrat des Jahres 1960, die Generalversammlung war im Juni, setzte sich wie folgt zusammen: Alois Morat, Eugen Müller, Hans Bisser, Peter Soworka, Fred Schwarz, Willi Edelmann, Werner Kempf, Herbert Greber, Kurt Bauer, Waldemar Lehmann und Gustav Ramstein. Erich Klingler war mit den oben genannten im Beirat und Ludwig Morat war Hofnarr bis zu seinem Tod am 1.Januar 1984.Es würde zu weit führen, wollten wir in der Folge jeweils der Generalversammlungen und deren Ergebnissen hier gedenken. Mit Josef Thome als Prinz war Christa Schwarz 1960 Prinzessin. Anno 1961 versahen diese Ämter Klaus Sauer und Olga Beck. Im Jahre 1962 errang die Narrenzunft Sendewelle besonderen Ruhm: Beim Rosenmontagszug in Freiburg bekam die Zunft, bei überaus starker Konkurrenz, mit vier Wagen und zwei Gruppen den 1. Preis. Mit stolzgeschwellter Brust kehrte man damals ins Heimatdorf zurück. Prinzenpaar war damals Fred Schwarz und Heide Kölmel. 1963 war es wieder Fred Schwarz, der mit Ingrid Märker dieses Mal das Zepter führte. Am 9. 11.1963 stellte Josef Thome sein Amt als Zunftmeister zur Verfügung. Sein Nachfolger wurde, zunächst geschäftsführend, Waldemar Lehmann, der in der darauf folgenden Generalversammlung in seinem Amt bestätigt wurde. Das Prinzenpaar für 1964 waren Karl Furtwängler und Gerda Oswald.

1964 – 1965: Münchgrundhalle als Narhalla

Nicht nur für die Narrenzunft Sendewelle, auch für alle anderen örtlichen Vereine war die Raumnot, die „Saalmisere“, ein großes Anliegen. Kaum eine Veranstaltung konnte recht zur Geltung kommen, weil die Räumlichkeiten in den Altdorfer Gasthäusern einfach zu beengt waren. Das Jahr 1964 brachte mit der Fertigstellung von Schule und Turn- und Festhalle endlich Abhilfe. Am 20. Juni 1964 wurde die Einweihung des Schul- und Hallenkomplexes vorgenommen. Am 7. 11. 1964 hatte die Zunft ihre erste Veranstaltung in der Halle. Karl Furtwängler wurde als Prinz Karl II. vorgestellt. Prinzessin wurde im Februar 1965 Monika Müller. Im November desselben Jahres starb Helmut Kempf. Er wurde nur 49 Jahre alt.

1965 – 1972: Vom Krönungs-zum Brauchtumsabend

Nicht vergessen sei das Zeremoniell der Fasent, wie es sich damals zugetragen hat: Die Vorstellung der Prinzessin erfolgte jeweils am 11. 11. bzw. am Samstag, der diesem Datum vorausging. Ursprünglich vom „Volke“ gewählt, geheim natürlich, wurde sie später vom Oberzunftmeister auserwählt. Dies war ein höchst geheimer Vorgang und die Suche der Elferräte nach der Prinzessin war stets eine höchst originelle und nicht minder feuchtfröhliche Angelegenheit. Der „Krönungsabend“ war der Vorläufer des jetzigen Brauchtumsabends. Dieser Abend erforderte vom Zeremonienmeister wochenlange Vorarbeit. Das Zeremoniell war immer das gleiche, neu war immer die riesige Proklamationsurkunde. Für die Rahmenveranstaltung war Vizezunftmeister Rudi Kölmel zuständig. Nicht vergessen sei, daß der Zeremonienmeister Franz Oswald viele Jahr lang auch als närrischer „Hofchronist“ in die Bütt stieg Im August 1965 unternahm der Elferrat einen Ausflug nach München. Seit jenem Zeitpunkt veranstalteten die Sendewelle immer am Fasentmontag den original Bayerischen Abend, der mehr als 20 Jahre ein großer Publikumsmagnet der Altdorfer Fasent blieb. Denkt man an die Zeit zurück, als es noch keine Halle gab und die Elferräte im „Kranz“ saßen und weder Tanzkapelle noch Publikum kam, es war ein Fasentmontagabend, dann kann man ermessen, welchen Aufschwung die Altdorfer Fasent durch den Bau der Halle und die Arbeit der Narrenräte in den vergangenen Jahren genommen hat! 1966 führten Claus Oswald und Angelika Beck das närrische Zepter. Claus Oswald war aus den Reihen der Elferräte der 11. Fasentprinz. Er war ein Jahr darauf auch der 12., dieses Mal mit Regina Schwarz. In der Hauptversammlung des Jahres 1966 gab Fritz Kollefrath sein Amt als Schatzmeister ab, er tat dies gesundheitshalber. Für seine Verdienste um die Zunft wurde Fritz Kollefrath zum Ehrenschatzmeister ernannt. Sein Nachfolger im Amt wurde Hans Bisser. Das Prinzenpaar ’68 waren Karl Wagner und Marlene Hunn. 1969 waren Karl Wagner und Ursula Schwab Prinzenpaar. 1970 hielten das närrische Zepter Josef Rauer und Rita Geppert. In der Jahreshauptversammlung, die am 17. 10. 1970 im „Kranz“ stattfand, wurde Waldemar Lehmann, ob seiner Verdienste um die Zunft, zum Oberzunftmeister ernannt. Zunftmeister wurde der langjährige Elferrat und zweimalige Prinz Fred Schwarz. 1971 saßen Josef Rauer und Edeltraut Oswald auf dem närrischen Herrscherthron.

1972 – 1973: Vom Elferrat zum Narrenrat

Bei der Hauptversammlung vom 28. 10. 72 mußte man notgedrungen von einer liebgewonnenen Sitte und närrischem Altdorfer Brauch Abschied nehmen. Um mehr und mehr vom Rheinischen Karneval wegzukommen, hatte der Verband Oberrheinischer Narrenzünfte (VON) empfohlen, die Elferräte in Narrenräte umzubenennen. Auch das Prinzenpaar war nicht nach dem Sinn der alemannischen Fasent. War man anfangs der Meinung, daß man die Prinzessin als Königin weiterführen könnte, so erwies sich dies zum Trugschluß. Willi Beck wurde letzter Fasentprinz; 1972 mit Emmi Edelmann und 1973 mit Evi Kölmel als Prinzessinnen. Somit stellte die Familie des Vizezunftmeisters Rudi Kölmel – als einzige Familie – zwei Prinzessinnen.

1973 – 1974: Erstes Vogteitreffen in Altdorf

1973 war ein großes Jahr für die Narrenzunft Sendewelle. Sie hatte die Ehre, das allererste Vogteitreffen der Vogtei Ortenau im Verband der Oberrheinischen Narrenzünfte auszurichten. Es war dies ein großes Fasentfest, an das man gerne zurückdenkt. Zur Fasent ’74 schuf Zeremonienmeister Werner Brand die große Narrenlaterne für den Narrenlichtbewahrer, deren erster, Fred Schwarz, durch das Los bestimmt wurde.

1974 – 1980: Mitglied im V.O.N.

Beim 30. Herbstkonvent des V.O.N., der im November ’74 in Fahrnau im Wiesental stattfand, wurde einstimmig beschlossen, die Narrenzunft Sendewelle e.V. in den Verband als Vollmitglied aufzunehmen. Die feierliche Aufnahme war dann beim Narrentag in Oberkirch im Renchtal am 19. 1. 1975. Patenzünfte wurden die Narrengesellschaft Hoorig, Ettenheim, und die Narrenzunft Hanfrözi, Rust. Im Jahre 1977 löste Willi Beck Hans Bisser als Schatzmeister ab. Hans Bisser wurde für seine Verdienste der Dank der Zunft zuteil. Von den Elferräten der ersten Stunde verstarben im Jahre 1968 Stefan Greiff, 1974 Leo Hügle, 1984 Ludwig Morat und Alois Hauser und 1989 der erste Zunftmeister und Zunftgründer, Hermann Hauser. Bereits im Jahre 1977 mußte die Zunft von ihrem Ehrenschatzmeister Fritz Kollefrath für immer Abschied nehmen. Dank des Entgegenkommens der Gemeindeverwaltung konnte die Narrenzunft Sendewelle im Jahre 1976 damit beginnen, den ehemaligen Dreschschopf zum Sitzungs- und Arbeitsheim auszubauen. Der Narrenschopf wurde ausschließlich von eigenen, handwerklich begabten Kräften gestaltet.Anläßlich eines Tages der offenen Tür konnte das gelungene Werk am 18. und 19. Oktober 1980, nachdem es auch durch den Ortsgeistlichen, Pfarrer Arthur Weber, die kirchliche Weihe empfangen hatte, der staunenden Öffentlichkeit vorgestellt werden. Der Narrenschopf ist Sitzungsraum für die Narrenräte und Hästräger und nicht zuletzt aber auch Übungsraum für die Sendewelletanzgruppe, die mit ihrem tänzerischen Können für die Zunft bis weit über die Grenzen des Dorfes und im Ausland seit vielen Jahren Ruhm sammeln darf.

1981 – 1986: Zum Jubiläum fast aus den Nähten geplatzt

Zu einem weiteren großen Ereignis für die Zunft wurde das Silberne Zunftjubiläum, das vom 30. Januar bis zum 1. Februar 1981 gefeiert wurde. Das ganze Dorf wurde zu einer grandiosen Narrenhochburg, die ob der großen Besucherzahl schier aus den Mauern zu platzen drohte. Der große Jubiläumsabend am Freitag, 30. Januar brachte einen Ordensregen für gar viele Fasentaktiven. Nicht weniger als 123 Orden wurden verteilt. Die damals noch vier aktiven Zunftgründer, Hermann Hauser, Rudi Kölmel, Franz Oswald und Ludwig Morat wurden zu Erznarren ernannt. Nicht weniger als 50 närrische Gruppen nahmen am Jubiläumszug teil. Nahezu 8000 Menschen säumten die Umzugsstraßen.In der Jahreshauptversammlung vom 14. 11. 81 erklärte Oberzunftmeister Waldemar Lehmann, daß er für eine weitere Amtsperiode nicht mehr kandidieren werde. Waldemar Lehmann hatte dieses Amt seit 1963, als Nachfolger von Josef Thome, bestens verwaltet, wofür ihm auch der Dank der Versammlung zuteil wurde. Neuer Oberzunftmeister wurde Heinz Herr, unter dessen Leitung die Zunft einen weiteren Aufschwung nahm.

1987 – 1988: Landesehrennadel

Eine besondere Ehre wurde im Rahmen des Brauchtumsabends am 30. Januar 1988 vier Männern zuteil, die von Anfang an das Werden der Zunft mitgestaltet haben und wesentlich zu deren Aufschwung beigetragen hatten. Für ihre Verdienste wurden sie vom damaligen Bürgermeister Ruthard Hirschner im Auftrag der Landesregierung mit der Ehrennadel des Landes Baden-Württemberg mit Urkunde des Ministerpräsidenten Lothar Späth ausgezeichnet. Es waren dies: Zunftgründer und Zunftmeister Hermann Hauser, Zunftgründer und Vizezunftmeister Rudi Kölmel, Zunftgründer und Zunftchronist Franz Oswald, der leider 1996 verstarb, und Ehrenoberzunftmeister Waldemar Lehmann.

1990: Das 35-Jährige Jubiläum

Vom 26. Bis 28. Januar 1990 wurde das 35-jährige Bestehen der Sendewelle groß gefeiert. Nach dem Jubiläumsabend am Freitag, bei dem die Ehrungen verdienter Mitglieder im Vordergund standen, zeigte der Zunftabend am Samstag einen bunten Querschnitt durch die Höhepunkte vergangener Brauchtumsabende. Der Sonntag begann mit einer Narrenmesse, gefolgt vom großen Empfang in der Grundschule. Am Nachmittag zogen dann mehr als 3000 Hästräger durch die närrisch geschmückten Straßen.

Nachdem an der folgenden Generalversammlung Heinz Herr sein Amt als Oberzunftmeister abgab, übernahm Werner Brand die Zunftleitung zusätzlich zu seinem Posten als Zeremonienmeister, bis 1993 mit Bernhard Schwarz ein Nachfolger gefunden wurde. Er leitet die Geschicke der Zunft seit nunmehr sieben Jahren und hat in dieser Zeit einige neue Impulse gesetzt. 1998 konnte Werner Brand sein 25-jähriges Jubiläum als Zeremonienmeister feiern. Unter seiner Regie wurde der Narrenschopf ausgebaut. Er ist aber auch zum unermüdlichen Impulsgeber der Saalfasent geworden. Er ist ein Mann, ohne den man sich die Fasent der Narrenzunft Sendewelle nicht mehr vorstellen könnte. Nachdem er aus gesundheitlichen Gründen mittlerweile etwas kürzer treten muß, trat an der Fasent 1999 Matthias Lehmann als neuer Zeremonienmeister in seine Fußstapfen.

1995 – 1996: Fernsehauftritt in Oberkirch

1995 wurde die Altdorfer Narrenzunft weit über die Grenzen des Südbezirks hinaus bekannt, als sie mit mehreren Auftritten bei dem vom Fernsehen übertragenen Brauchtumsabend der Vogtei Ortenau „Fasent bi uns“ in Oberkirch mitwirken durfte.

In diesem Jahr wurde auch erstmals ein Nachtumzug durchgeführt, der bei Teilnehmern und Zuschauern von Anfang an auf große Resonanz stieß.

Mit einem Jahr Verspätung beging die Zunft 1996 ihren „40+1“-ten Geburtstag. Bei diesem Großereignis wurden wir wieder von allen andern Vereinen bei der Bewirtung der vielen Gäste tatkräftig unterstützt. Der Reitverein stellte sogar die Reithalle zur Unterbringung der Umzugsteilnehmer zur Verfügung.

Ein neues Highlight der Altdorfer Fasent ist seit einigen Jahren der Ballamann-Abend am Rosenmontag. Hier werden den Gästen neben Musik, Tanz und Sangria aus dem Eimer (keine Angst, es gibt auch noch was anderes zu Trinken) auch immer wieder tolle Spiele geboten.

Und auch für den Sonntag Abend haben wir uns wieder etwas Neues einfallen lassen. Wer „wunderfitzig“ (auf hochdeutsch „neugierig“) ist, was sich wohl hinter dem „Altdorfer Schummrig“ verbirgt, der macht sich am 25. Februar 2001 am besten auf den Weg in die Altdorfer Münchgrundhalle.

1996 – bis Heute: neue Uniformen

Im Sommer 1998 entschloss sich der Narrenrat, neue, hallentaugliche Uniformen anzuschaffen. Nach etlichen Beratungen entschied man sich für eine weinrote Jacke mit grünem Kragen und eine weinrote Weste mit aufgesticktem Sendewelle-Emblem und grünem Rückenteil. Der strapazierfähige Teflonstoff sieht zwar auf den ersten Blick nicht so edel aus wie die früheren Samtjacken, dafür macht die neue Jacke aber auch am Aschermittwoch noch einen passablen Eindruck. Um die neue Uniform zu komplettieren, sollen in nächster Zeit auch noch neue wettertaugliche(re) Umhänge angeschafft werden.

Pünktlich zum Jahrtausendwechsel präsentierte die Wagenbautruppe von Laslo Balling einen futuristischen neuen Narrenratswagen. Vom Space Shuttle Endeavour aus blickt der Narrenrat seither auf die Umzugsbesucher herab.

Nachdem der Tanzabend am Fasentsonntag auch nach einer Frischzellenkur als „Altdorfer Schummrig“ immer weniger Anhänger fand, lassen wir diesen seit 2 Jahren ausfallen. Stattdessen bauen wir auf dem Schulhof für die Umzugsbesucher und –teilnehmer des Fasentsundiumzugs ein kleines Narrendorf auf.

Ein besonderes Ereignis war 2005 die Teilnahme an der 700-Jahr-Feier der Stadt Ettenheim. Mit großem Elan und unerschöpflichem Einfallsreichtum waren alle dabei, die Zeit der Badischen Revolution wieder zu beleben.

Zum 50. Jubiläum im Jahre 2006 wollten wir dem Dorf und uns selbst etwas Bleibendes schenken. Nach längeren Überlegungen wurde so die Idee des Dorf- und Narrenbrunnens geboren. Dank des unermüdlichen Einsatzes unseres Ortsvorstehers Hans Hug gelang es in den letzten 3 Jahren, genügend Spenden für dieses Projekt zusammen zu bekommen.Der neue Brunnen wurde zentral am Adlerplatz beim Jubiläum am 04. Februar 2006 enthüllt.


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